Seit der Fernbus-Liberalisierung im Jahr 2013 sieht man immer häufiger Omnibusse auf deutschen Autobahnen. Der Bus-Boom ist in Deutschland angekommen. Allein die Fernbusanbieter zählten im Jahr 2014 fast 20 Millionen Fahrgäste. Für viele Reisende stellen sich daher auch Fragen zur Sicherheit im Reisebusverkehr. Wir bei busmeister.de wollen Aufschluss über die Sicherheitsstandards im Reisebusverkehr geben und aufzeigen, welche Faktoren den Reisebus zum sichersten Verkehrsmittel auf deutschen Straßen machen.

Erfahren Sie hier mehr darüber, wie wir bei busmeister.de mit dem Thema Sicherheit der Fahrgäste umgehen.

Infografik: Mit dem Bus sicher ans Ziel

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1. Sicher unterwegs – Fahrgäste im Reisebus

Für die Sicherheit im Reisebus sind alle Beteiligten verantwortlich. Auch der Fahrgast kann einiges tun, um die Fahrt
angenehm und sicher zu gestalten.

1.1 Was der Reisegast zu beachten hat

Eine sichere Busreise beginnt bereits vor der Abfahrt. Um einen reibungslosen Ablauf zu ermöglichen, sollten sich die
Reisegäste rechtzeitig am jeweiligen Abfahrtsort einfinden. Erwachsene, die mit Kindern unterwegs sind, sollten an
der Haltestelle besonders Acht geben und ihre Kinder nicht in der Nähe der Straße spielen lassen.

Während der Fahrt sind ein paar einfache, aber effektive Regeln zu beachten: Ist der Bus in Bewegung, sollte man
auf seinem Platz sitzen bleiben. Wer im Mittelgang steht, begibt sich unnötig in Gefahr. Ein rücksichtsvolles und
achtsames Verhalten ist stets angebracht. Dazu gehört auch, dass Mobiltelefone lautlos gestellt und längere Handygespräche
in den Pausen geführt werden. Ständiges Klingeln oder laut abgespielte Musik stören nicht nur Mitfahrer,
sondern können unter Umständen auch den Busfahrer ablenken.

Wichtigster Ansprechpartner auf einer Busreise ist neben dem Reiseleiter der Fahrer des Busses. Er ist für den Bus
und die Sicherheit der Reisegäste verantwortlich. Bitte beachten Sie, dass sich der Fahrer während der Fahrt voll und
ganz auf die Fahrt konzentrieren muss. Er sollte daher nur in absoluten Ausnahmefällen angesprochen werden. Lenken
Sie den Fahrer nicht durch ein auffälliges oder unangemessenes Verhalten ab. Auch ausufernde Partystimmung
im Bus ist der Konzentration des Fahrers nicht dienlich. Generell gilt: Den Anweisungen des Busfahrers ist auf jeden
Fall Folge zu leisten.

1.2 Anschnallpflicht

Ein häufig verbreitetes Missverständnis ist, dass man sich in Bussen nicht anschnallen muss. Tatsächlich gilt: Die
Anschnallpflicht besteht im Reiseverkehr, jedoch nicht im Linienverkehr. Das heißt, im Reisebus muss man sich anschnallen,
im städtischen Linienverkehr hingegen nicht.

Auf welcher Strecke man unterwegs ist, spielt dabei keine Rolle. Die Anschnallpflicht gilt genauso für die Fahrt von
der Schule ins Schwimmbad als auch für den Wochenendausflug nach Paris. Ausgenommen von der Anschnallpflicht
sind lediglich Reiseleiter und Servicekräfte, die während der Fahrt Dienstleistungen erbringen. Natürlich ist es
erlaubt, zur Toilette zu gehen oder Gegenstände aus der Gepäckablage zu holen. Dies sollte jedoch zügig geschehen,
sodass man schnell wieder angeschnallt an seinem Platz sitzt.

Fahrgäste müssen über die Anschnallpflicht informiert werden. Dies geschieht zum Beispiel über Hinweisschilder mit
Gurtsymbol oder elektronische Anzeigen. Zu Beginn jeder Fahrt muss der Busfahrer zudem auf die Anschnallpflicht
hinweisen. Eine Kontrolle durch den Unternehmer oder Busfahrer ist jedoch nicht verpflichtend.

Bei Reisen mit Kindern oder Schulklassen sollten Lehrer oder Erziehungsberechtigte vor der Abfahrt nachprüfen, ob
alle Kinder angeschnallt sind. Schnallt sich der Reisegast trotz mehrfachen Hinweisen nicht an, wird bei einer Kontrolle
ein Bußgeld von 30 Euro fällig, das vom Fahrgast selbst zu entrichten ist. Das gleiche gilt für den Busfahrer.

1.3 Essen und Trinken

Gesetzliche Bestimmungen gibt es in dieser Frage nicht. Die meisten Reiseunternehmen gestatten das Essen und
Trinken im Bus. Der Fahrgast sollte darauf achten, den Bus nicht zu verschmutzen. Daher ist in den meisten Fällen
der Verzehr von Eis, Chips und anderen Nahrungsmitteln, die viel Schmutz verursachen, untersagt. Anfallender Müll
ist nicht vom Busfahrer, sondern von den Fahrgästen zu beseitigen. Dazu werden im Bus üblicherweise Mülltüten zur
Verfügung gestellt.

1.4 Für jedes Gepäckstück der richtige Platz

Schlecht verstaute oder ungesicherte Gepäckstücke können schneller zu einer Gefahr werden, als so mancher Fahrgast
sich das vorstellen kann. Ein plötzlich erzwungener Fahrspurwechsel oder eine abrupte Bremsung haben bereits
manches Unheil im Bus angerichtet. Jeder Fahrgast sollte darauf achten, seine Habseligkeiten sicher unterzubringen.
Der Mittelgang, sowie die Einstiegsbereiche/ Treppen müssen frei bleiben. Er dient im Notfall als Fluchtweg und
muss jederzeit ohne Behinderung begehbar sein. Jedes noch so kleine Gepäckstück wird im Ernstfall zur Stolperfalle.
Bereits bei einer unvorhergesehenen Vollbremsung können Gegenstände durch den Mittelgang rutschen und im
ungünstigen Fall Fahrgäste verletzten oder den Busfahrer irritieren.

Grundsätzlich hat das Reisegepäck nichts im Fahrgastraum zu suchen und sollte im Gepäckraum verstaut werden.
Natürlich geht das nicht immer. Vor allem bei längeren Reisen werden im Fahrgastraum einige Kleinigkeiten benötigt.
Für die sichere Unterbringung eines Rucksacks oder einer Handtasche bieten sich dem Fahrgast mehrere Möglichkeiten:
Taschen können in der Gepäckablage, der sogenannten Hutablage, über den Sitzen untergebracht werden.
Eine andere Möglichkeit ist es, das Gepäckstück unter dem eigenen Sitz zu platzieren.

Bei den meisten Omnibusbetrieben ist die Mitnahme von Reisegepäck auf zwei Gepäckstücke pro Person limitiert.
Unter Umständen wird für das zweite Gepäckstück auch eine Gebühr erhoben. Sperrgepäck oder zusätzliche Gepäckstücke
sollten vor Reisebeginn unbedingt angemeldet werden. Keinesfalls gehören sperrige Gepäckstücke wie
Kinderwagen, Walkingstöcke oder Musikinstrumente in den Fahrgastraum. Sie sind genauso wie Wintersport-Ausrüstungen
im Gepäckraum oder gegebenenfalls im Anhänger unterzubringen.

Der Transport von Fahrrädern ist bei vielen Busunternehmen auf Anfrage möglich. Generell gilt: Anderer Anbieter,
andere Konditionen. Erkundigen Sie sich daher bereits vor der Buchung, welche Kosten anfallen.

Da Handrollstühle und andere orthopädische Hilfsmittel für gehbehinderte Fahrgäste unerlässlich sind, dürfen diese
im Grunde bei allen Busunternehmen kostenlos mitgenommen werden. Auch Kinderwagen werden meistens unentgeltlich
im Gepäckraum verstaut. Dennoch sollten auch diese Gepäckstücke vorher angekündigt werden.

1.5 Baby an Bord – Sicherheit für Babys

Vor allem für Familien ist der Bus eine günstige Alternative zum Flugzeug oder zur Bahn. Kinder fahren je nach Veranstalter
frei oder zu einem vergünstigten Preis mit.

Wer mit dem Baby auf Busreise gehen möchte, sollte vor der Fahrt sicherstellen, dass der Kindersitz befestigt werden
kann. Nur wenige Reisebusse haben Drei-Punkt-Gurte auf den Sitzen der Fahrgäste installiert, die zum Befestigen von
Kindersitzen besser geeignet sind. In den meisten Bussen befinden sich lediglich Zwei-Punkt-Gurte. Es empfiehlt sich
daher, das Omnibusunternehmen vorab zu kontaktieren und sich über die Bedingungen zu informieren.
Eine gesetzliche Regelung, dass Kinder im Reisebus in einem Kindersitz oder einer Babyschale sitzen müssen, gibt
es nicht. Die meisten Busunternehmen bestehen darauf, dass Eltern einen Kindersitz mitbringen. In seltenen Fällen
stellen aber auch Anbieter Kindersitze zur Verfügung.

2. Der Bus

2.1 Sicherheit dank neuester Technik und häufigen Kontrollen

Reisebusse sind in der Regel modern ausgestattet und stehen dem Komfort in Bahn und Flugzeug in nichts nach.
Auch die technische Grundausstattung ist auf dem modernsten Stand: Neben ABS und ESP sind Reisebusse teilweise
mit elektronischen Spurassistenten, Abstandsregelautomaten und Umrissleuchten ausgestattet. Stabile Fahrgastzellen
mit Überrollschutz und Tempoautomatik gehören bei vielen Bussen genauso zum Standard.

Regelmäßige Kontrollen garantieren ein dauerhaft hohes Sicherheitsniveau. Anders als PKW müssen Reisebusse jährlich
zum TÜV, zur Haupt- und Abgasuntersuchung. Darüber hinaus werden alle drei Monate die Sicherheitsstandards
bei der sogenannten Sicherheitsprüfung (SP) kontrolliert.

Überprüft werden:
• Fahrgestell, Fahrwerk, Verbindungseinrichtung
• Lenkung
• Reifen, Räder
• Bremsanlage
• Schließkräfte an fremdkraftbetätigten Türen

Das Ergebnis ist äußert positiv: Laut Angaben des TÜV kommen 99 Prozent der Busse schon beim ersten Anlauf
problemlos durch die Hauptuntersuchung.

2.2 Moderne Sicherheitsausstattung

Der Busfahrer wird heute von immer mehr technischen Hilfssystemen unterstützt. Ob Abstandsregelung, Spurwechsel
oder Nachterkennung – Fahrassistenzsysteme überwachen die Fahrt und greifen in brenzligen Situationen ein.
Jedes Jahr kommen neue und verfeinerte Assistenten auf den Markt, die auch in Reisebussen zum Einsatz kommen.

2.3 Gesetzliche Vorschriften

Der Gesetzgeber gibt strenge Regeln vor, damit die Sicherheitsstandards auf einem hohen Niveau bleiben. Die
Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) regelt die Anforderungen an Beschaffenheit und Ausrüstung der Fahrzeuge.
Daneben gibt die BOKraft weitere Richtlinien vor. Im Detail sind folgende Vorschriften zu beachten:

Busabmessungen
Die Busabmessungen schreiben Breite, Höhe und Länge eines Fahrzeuges vor. Alle Omnibusse dürfen max. 2,55 m
breit und max. 4,00 m hoch sein. Ein zweiachsiger Bus zum Beispiel darf demnach max. 13,50 m lang sein. Anhänger
sind nur zur Gepäckbeförderung erlaubt.

Fahrgäste pro Bus
Im Bus dürfen nicht mehr Fahrgäste befördert werden, als Sitz- und Stehplätze zugelassen sind.

Reifen
Die richtige Reifenwahl und deren sorgfältige Wartung entscheiden nicht nur über die Wirtschaftlichkeit der Fahrzeuge,
sondern auch über deren Sicherheit. Die „Hauptrillen“ der Reifen müssen eine Profiltiefe von mind. 1,6mm
vorweisen. Nachgeschnittene Reifen sind nur an Achsen mit Zwillingsbereifung oder an Vorlauf- oder Nachlaufachsen
zulässig.

Türanzahl
Eine Tür ist für Reisebusse mit bis zu 26 Fahrgastplätzen vorgeschrieben. Bei mehr als 26 Plätzen muss eine zweite
Tür vorhanden sein. Wichtig ist, dass die Türen keine störenden Geräusche erzeugen und sich nicht selbstständig
öffnen.

Notausstiege
Notausstiege sind an jeder Längsseite vorgeschrieben. Es muss leicht ersichtlich sein, wo die Notausstiege sind und
wie man sie öffnet. Betriebsanweisungen sollten daher in unmittelbarer Nähe angebracht werden.

Notfallausrüstung
Mindestens ein Feuerlöscher ist in Bussen vorgeschrieben, in Doppeldeckern sogar zwei. Zur weiteren Notfallausrüstung
gehören darüber hinaus zwei Verbandskästen, ein Warndreieck, eine Warnleuchte, eine windsichere Handlampe,
ein Unterlegkeil sowie eine Warnweste für jeden Busfahrer. Bei Reisen im Ausland gelten oft andere Bestimmungen.

Warnwestenpflicht
Sicherheitswesten sind Pflicht. Seit dem 1. Juli 2014 muss in jedem zugelassenen PKW, LKW und Bus eine Warnweste
für den Fahrer mitgeführt werden. Im Gegensatz zu anderen Ländern ist die Warnwestenpflicht in Deutschland
von der Anzahl der mitfahrenden Personen unabhängig. Wenn der Fahrer das Fahrzeug auf einer öffentlichen Straße
verlässt, etwa bei einem Unfall oder einer Panne, muss er die Weste überziehen.

Höchstgeschwindigkeit
Omnibusse müssen mit einem Geschwindigkeitsbegrenzer ausgestattet sein, der die Höchstgeschwindigkeit auf
max. 100 km/h festlegt.

Sicherheitsgurte
Seit 1999 gibt es eine Gurtpflicht für Reisebusse. Das heißt, jeder Sitzplatz muss mit einem Anschnallgurt ausgestattet
werden. Für ältere Modelle gilt keine Nachrüstungspflicht. Damit die Sicherheitsgurte ihren Zweck erfüllen, müssen
sie in Bauart und Ausführung den geltenden EG-Richtlinien entsprechen. Auf exponierten Sitzen, wie dem Fahrerplatz
oder den Reiseleiterplätzen, sind Drei-Punkt-Gurte vorgeschrieben. Alle übrigen Sitze sind mit Zwei-Punkt- bzw.
Becken-Gurten auszustatten. Ausnahmen gelten für Linienbusse und Kleinbusse bis 3,5 Tonnen.

3. Der Busfahrer

Busfahrer sind echte Sicherheitsprofis. Neben dem normalen Bus-Führerschein verfügen sie über einen Personenbeförderungsschein.
Häufige Weiterbildungen und die regelmäßige Überprüfung der Fahrerlaubnis versichern den
Passagieren, dass die Busfahrer stets auf dem aktuellen Stand der Sicherheitsvorkehrungen sind. Im Detail stellen sich
mehrere Anforderungen.

3.1 Anforderungen an den Busfahrer

Der Busführerschein
Grundlage für jeden Busfahrer ist natürlich ein gültiger Busführerschein der Klasse D oder DE. Beide Klassen berechtigen
zum Fahren eines Busses mit mehr als acht Fahrgästen. Der Führerschein DE berechtigt zum Fahren eines
Zugfahrzeugs in Kombination mit einem Anhänger von mehr als 750 kg Gesamtmasse.

Der Busführerschein ist jeweils fünf Jahre gültig. Ein aktuelles medizinisches Gutachten muss genauso eingeholt
werden wie eine Bestätigung über die ausreichende Sehkraft. Das Sehgutachten darf nicht älter als zwei Jahre, das
medizinische Gutachten nicht älter als ein Jahr sein, um den Führerschein zu verlängern. Außerdem muss ein polizeiliches
Führungszeugnis und eine Auskunft aus dem Verkehrszentralregister (VZR) vorgelegt, sowie die Teilnahme
an einer Modulschulung (jährlich 7 Stunden) nachgewiesen werden.

Während der medizinischen Prüfung werden Belastbarkeit und Aufmerksamkeitsleistung des Fahrers getestet. Ab
dem 50. Lebensjahr kommen Untersuchungen zu Orientierungsleistung, Konzentrationsfähigkeit, Belastbarkeit und
Reaktionsgeschwindigkeit hinzu. Natürlich besteht für alle Busfahrer ein absolutes Alkohol- und Drogenverbot.

Darüber hinaus gilt für Busfahrer wie für andere Berufskraftfahrer eine Verpflichtung zur Grundqualifikation. Im Rahmen
eines mehrwöchigen Lehrgangs werden technische Kompetenzen sowie Fähigkeiten vermittelt, Sicherheit und
Komfort der Fahrgäste zu gewährleisten und in Notfällen die richtige Einschätzung zu treffen.

Persönliche Anforderungen
Voraussetzungen für den Busführerschein sind der normale PKW-Führerschein der Klasse B und ein Mindestalter von
24 Jahren. Ausnahmen in der Altersbegrenzung gelten für Auszubildende zum Berufskraftfahrer.

Busfahrer haben eine besondere Sorgfaltspflicht. Diese ergibt sich daraus, dass ihnen täglich eine Vielzahl von Personen
zur Beförderung anvertraut wird. Die Sorgfaltspflicht ist in der Verordnung über den Betrieb von Kraftfahrunternehmen
im Personenverkehr (BOKraft) festgeschrieben. Demnach sollen sich Busfahrer rücksichtsvoll und besonnen
verhalten. Das heißt, sie müssen im Fahrbetrieb die nächste Haltestelle ankündigen, den Umstieg sichern und auf die
Anschnallpflicht hinweisen.

Insbesondere bei schlechten Wetter- und Witterungsbedingungen ist die Sorgfaltspflicht zu beachten. Bei Glatteis,
Schnee oder dichtem Nebel sollte der Fahrer vorsichtig unterwegs sein. Gegebenenfalls sind Schneeketten zu montieren.
Falls die Bedingungen eine Weiterfahrt erheblich gefährden, sollte das Fahrzeug lieber vorübergehend abgestellt
werden.

3.2 Lenk- und Ruhezeiten

Die Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten ist das oberste Gebot für jeden Busfahrer. Grundsätzlich gilt: Ein Omnibusfahrer
darf höchstens 4,5 Stunden am Stück lenken. Danach muss er zwingend eine Pause von 45 Minuten einlegen,
in der keine Tätigkeiten ausgeübt werden. Die Pause dient zur Erholung, nicht zum Verkauf von Snacks oder Getränken.

Für die Fahrtunterbrechung gelten flexible Regeln: Die Pause kann aufgeteilt werden. Dabei müssen der erste Teil
mindestens 15 Minuten und der zweite Teil mindestens 30 Minuten dauern. Die 30-minütige Fahrtunterbrechung
muss spätestens nach 4,5 Stunden Lenkzeit eingelegt werden. Wann die 15-minütige Pause stattfindet, ist dem Fahrer
überlassen, sie muss lediglich vor der 30-minütigen Pause liegen. Das heißt, der Fahrer kann nach zwei Stunden
Fahrt 15 Minuten Pause mache, danach 2,5 Stunden fahren und anschließend für eine halbe Stunde anhalten. Bei
einer Mehrfahrerbesatzung kann die Fahrtunterbrechung auf dem Beifahrersitz im fahrenden Bus stattfinden. Aber
auch dann gilt: Während der Pause darf nicht gearbeitet werden.

Busfahrer kennen ihre üblichen Reisestrecken gut und wissen, welche Rastplätze sich für eine Pause eignen. Es
macht daher Sinn, die Anzahl und Dauer der Pausen vor der Fahrt mit dem Fahrer zu besprechen. Eine Mittagspause
kann natürlich auch länger als 45 Minuten sein. Die Sorgfaltspflicht sieht darüber hinaus vor, dass der Busfahrer die
Reisenden vor der Pause über die Länge der Fahrtunterbrechung informiert.

Nachdem der Fahrer 45 Minuten pausiert hat, beginnt ein neuer Lenkzeitblock. Nun kann der Fahrer wieder bis zu
4,5 Stunden am Steuer sitzen. Allerdings darf ein Omnibusfahrer am Tag höchstens neun Stunden fahren. Zweimal
pro Woche kann diese Tageslenkzeit jedoch auf 10 Stunden erhöht werden. Auch die wöchentliche Fahrzeit ist
beschränkt: Maximal 56 Stunden darf ein Busfahrer in einer Woche unterwegs sein, in zwei aufeinanderfolgenden
Wochen nicht länger als 90 Stunden.

Auch bei den Tagesruhezeiten des Fahrers gibt es flexible Regelungen. Dabei wird grundsätzlich von einem 24-Stundenzeitraum
ausgegangen, in dem die Arbeitsschicht und die tägliche Ruhezeit liegen müssen. Grundsätzlich darf
die Arbeitsschicht eines Busfahrers höchstens 13 Stunden betragen, spätestens dann muss er eine Ruhezeit von 11
Stunden einlegen. Diese Ruhezeit kann allerdings auch aufgeteilt werden. Hierfür gilt: Der erste Teil muss mindestens
3 Stunden, der zweite mindestens 9 Stunden lang sein. Auch die Arbeitsschicht darf ausnahmsweise auf 15 Stunden
erhöht werden. Innerhalb dieser 15 Stunden muss aber die 3-stündige Ruhezeit liegen.

3.3 Digitale Fahrerkarte & Tachoscheibe

Alle Fahrtzeiten werden zusammen mit der Fahrgeschwindigkeit auf einem Fahrtenschreiber festgehalten. Bis vor
einigen Jahren diente dazu eine analoge Tachoscheibe, die allerdings seit Mai 2006 durch digitale Kontrollgeräte
ersetzt wird. In diese Kontrollgeräte legt der Fahrer seine persönliche Fahrerkarte ein. Auf der Karte werden alle
Einsatzzeiten kontinuierlich dokumentiert und sind auf diese Weise jederzeit nachprüfbar. Zudem weist das Gerät auf
Überschreitungen der Lenk- und Ruhezeiten hin und warnt den Busfahrer mit zeitlichem Vorlauf, wann eine Pause
nötig wird.

3.4 Sicherheitstrainings und Weiterbildung

Durch regelmäßige Sicherheitstrainings und fachliche Weiterbildungen sind Busfahrer stets auf dem neuesten Stand
der Sicherheitsvorschriften. Seit September 2008 gibt es eine gesetzliche Pflicht zur Weiterbildung, die alle gewerblichen
Fahrer bei Fahrzeugen ab 3,5 Tonnen betrifft. Insgesamt 35 Stunden müssen innerhalb von fünf Jahren absolviert
werden. Dabei stehen fünf Module auf dem Programm, die sowohl fahrerische als auch technische Bereiche
beinhalten:

Eco-Training
Mit Eco-Training wird das wirtschaftliche Fahren eingeübt. Damit können Kraftstoffverbrauch und Verschleiß verringert
werden.

Sozialvorschriften, Risiken und Notfälle im Straßenverkehr
Kenntnisse zu Lenk- und Ruhezeiten werden genauso vermittelt wie Verhaltenshinweise bei Risiken und Arbeitsunfällen.

Sicherheitstechnik und Fahrsicherheit
Die immer höher werdenden Standards der Sicherheitstechnik erfordern einen souveränen Umgang mit den Geräten.
In diesem Modul werden Kenntnisse zu den einzelnen Assistenzsystemen und zum Verhalten in Grenzsituationen
vermittelt.

Markt und Image
Der Fahrer ist die erste Kontaktperson im Busunternehmen. An Fallbeispielen zeigt dieses Modul, wie der Fahrer aktiv
dazu beitragen kann, dem Unternehmen ein positives Bild zu verleihen

Fahrgastsicherheit und Gesundheit
Die Sicherheit der Fahrgäste und die eigene Gesundheit sind für Busfahrer Maßstäbe für ein erfolgreiches Arbeiten.
Verhaltenshinweise gibt dieses Modul.

Während eines Fahrsicherheitstrainings werden Busfahrer auf den Ernstfall vorbereitet. Bei verschiedenen Übungen
wird das Bewusstsein für kritische Situationen geschärft. Auf diese Weise sollen Busfahrer ein Gespür dafür bekommen,
Gefahren in Zukunft schneller zu erkennen und von Anfang an zu vermeiden. Neben praktischen Übungen mit
den firmeneigenen Fahrzeugen werden in Gesprächsrunden Themen der Fahrzeugtechnik behandelt.

4. Das Busunternehmen

4.1 Sicherheit im Busbetrieb

Wer auf der Suche nach einem Busunternehmen für den Vereinsausflug oder die Klassenfahrt ist, sollte nicht nur
auf einen günstigen Preis, sondern auch auf die Sicherheitsstandards des Anbieters achten. Anhaltspunkte für einen
seriösen Unternehmer sind unter anderem:

• Nimmt das Busunternehmen Kundenwünsche und Fragen zur Sicherheit ernst?
• Werden Fragen zu Sicherheitsmaßnahmen beantwortet?
• Werden bei Touren über 800 km bzw. bei einer zu erwartenden Fahrtzeiten über zehn Stunden zwei Pausen
und zwei Fahrer eingeplant?
• Klärt der Busfahrer vor Antritt der Fahrt über die Sicherheitseinrichtungen auf?

Seriöse Busunternehmen erkennt man an ihren Sicherheitsstandards. Neben einer regelmäßigen Kontrolle der Fahrzeuge,
sollte das Personal fort- und weitergebildet werden. Dies gilt sowohl für die Busfahrer als auch für das administrative
Team des Unternehmens. Eine Schlüsselstellung nehmen Disponenten ein. Sie organisieren die Touren
einer Busflotte und bestimmen neben der Auswahl des entsprechenden Fahrzeugs auch die Zeit- und Routenplanung
der Fahrer.

4.2 Voraussetzungen für Busunternehmer

Gründung und Betrieb eines Busunternehmens sind an Voraussetzungen und Auflagen gebunden.
Die genauen Anforderungen regelt die Berufszugangsverordnung für den Straßenpersonenverkehr (PBZugV).

Berufszugangsverordnung für den Straßenpersonenverkehr /
Prüfung der persönlichen Zuverlässigkeit des Unternehmens

Zunächst wird die persönliche Zuverlässigkeit eines Busunternehmers geprüft. Damit soll sichergestellt werden, dass
sich der Unternehmer und ggf. der Geschäftsführer als vertrauenswürdig erweist, die Beförderung von Fahrgästen zu
organisieren.

Prüfung finanzieller Leistungsfähigkeit
Darüber hinaus wird die finanzielle Leistungsfähigkeit des Unternehmens geprüft. Grundvoraussetzung für jeden
Omnibusbetrieb sind ausreichende finanzielle Mittel, um den laufenden Jahresbetrieb zu gewährleisten. Das Unternehmen
weist dafür anhand geprüfter Jahresabschlüsse nach, dass es über ausreichend Eigenkapital und Reserven
verfügt.

Fachkundeprüfung für Eigentümer und Geschäftsführer
Die fachliche Eignung zum Führen eines Busunternehmens wird durch eine sogenannte Fachkundeprüfung nachgewiesen.
Diese besteht aus zwei schriftlichen Klausuren und ggf. einer ergänzenden mündlichen Prüfung. Wer bereits
fünf Jahre oder länger in einem inländischen Omnibusunternehmen tätig ist, kann sich die fachliche Eignung anerkennen
lassen.

4.3 Vorschriften für eine sichere Fahrt

Staatliche Sicherheitsvorschriften setzen Sicherheitsmaßstäbe für Busunternehmen. Dazu gehören neben arbeitsrechtlichen
Vorgaben auch regelmäßige Kontrollen durch das Gewerbeamt. Die Unfallverhütungsvorschriften (UVVen)
stellen darüber hinaus verbindliche Pflichten bezüglich Sicherheit und Gesundheitsschutz dar.

Neben einer guten betrieblichen Gesundheitsvorsorge ist die Einhaltung von tarifrechtlichen Vorgaben ein gutes Zeichen
für einen seriös geführten Busbetrieb. Aufgrund der verschiedenen Tarifverträge werden Busfahrer jedoch von
Bundesland zu Bundesland unterschiedlich vergütet.

Überprüft werden Busunternehmen durch das Gewerbeamt. Die Experten der Gewerbeaufsicht kontrollieren die
Lenk- und Ruhezeiten der Fahrer und die darauf bezogene Planung der Unternehmen. Ziel ist es, die Sicherheit im
Straßenverkehr zu verbessern. Zur Kontrolle dienen Fahrerkarten. Seit dem 01. Mai 2006 sind neu zugelassene Busse
mit einem digitalen Kontrollgerät auszustatten, in das der Fahrer seine persönliche Fahrerkarte einlegt. Die Aufsichtsbehörde
kann anhand der Karten die individuellen Daten nachvollziehen und bei Verstößen gegen die Lenk- und
Ruhezeiten eingreifen.

5. Fazit: Der sicherste Weg auf der Straße

Wer im öffentlichen Verkehr unterwegs ist, muss sich sicher fühlen. Das gilt im eigenen PKW genauso wie im Reisebus.
Gut, dass Busunternehmen und Gesetzgeber stets daran arbeiten, die Sicherheitsstandards für Reisebusse zu
aktualisieren und auf einem hohen Stand zu halten. Dabei hängt eine sichere Busfahrt nicht allein von einem funktionierenden
Fahrzeug ab, sondern wird vor allem von der Fahrerqualifikation, einer konsequenten Einhaltung von
Lenk- und Ruhezeiten sowie durch ein vernünftiges Qualitätsmanagement der Unternehmen gewährleistet. Auch die
Reisegäste können durch ein rücksichtsvolles und achtsames Verhalten viel zu einer sicheren Fahrt beitragen.

Busmeister orientiert sich an den gängigen Sicherheitsstandards, die in dieser Broschüre vorgestellt werden. Regelmäßige
Kontrollen der Lenk- und Ruhezeiten, häufige Fahrsicherheitstrainings sowie eine kontinuierliche Kontrolle
der Fahrzeuge gehören unter anderem zum strengen Sicherheitsprogramm.

Mehr zur Sicherheit der Busflotte von Busmeister erfahren Sie auf www.busmeister.de/sicherheit.

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